Handbuch - Pflege/Versorgung/Therapie/Begleitung
Abschlussbedingungen
K22-1 Es gibt Methoden zur Identifizierung von Barrieren
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Anforderung
- Im Rahmen des Aufnahmegespräches wird ein Barriere-Check durchgeführt. Auch Kommunikationsbarrieren werden berücksichtigt.
- Im Rahmen von Pflegevisiten findet ein Barriere-Check statt
Dokumententyp
- Checkliste Aufnahme
- Pflegedokumentation
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Was
- Barrierefreiheit zielt auf die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Besonders bekannt ist der Begriff im Zusammenhang mit dem Baubereich. Barrierefreiheit umfasst aber auch andere Bereiche wie z. B. die Kommunikation.
- Es ist wichtig zu betonen, dass die Identifizierung von Barrieren ein fortlaufender Prozess ist und eine aktive Beteiligung von Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen und der MA erfordert.
- Sobald Barrieren erkannt werden, können Maßnahmen ergriffen werden, um sie zu beseitigen oder zu minimieren und eine bessere Versorgungs- und Lebensqualität für Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen sicherzustellen.
Warum
- Für Menschen mit Be-Hinderungen werden häufig keine angemessenen Vorkehrungen getroffen oder Zugänge geschaffen, die ein barrierearmes Umfeld sicherstellen.
- Menschen mit Be-Hinderung sind heterogen und bringen unterschiedliche Fähigkeiten und Beeinträchtigungen mit, die berücksichtigt werden müssen. Dabei ist es erforderlich, dass sie ein Unterstützungssystem umgibt, das individuell, inklusionsorientiert und professionell agiert.
Wie
- Eine Checkliste oder ein Konzept kann hilfreich sein, um die Zugänglichkeit und Sicherheit von Umgebung für Menschen mit verschieden Bedürfnissen und Be-Hinderungen zu identifizieren. Diese kann bei der Besichtigung der Umgebung oder Versorgung einbezogen werden.
- In der Pflege- und medizinischen Dokumentationen werden mögliche Barrieren dokumentiert.
- Das Sammeln von kontinuierlichem Feedback von Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen und deren Angehörigen/Wahlfamilie kann dabei helfen, Barrieren zu identifizieren und zeitnah anzugehen.
Weiterführende Informationen
- „Damit Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt leben können, brauchen sie: barrierefreie räumliche Strukturen, barrierefreie Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten und einen vorurteilsfreien Umgang miteinander (‚Barrierefreiheit in den Köpfen‘). In diesem Praxishandbuch werden all diese Aspekte mit Blick auf verschiedene Behinderungsarten diskutiert“. Hier gehts zum Handbuch von KSL.
- Weitere Informationen über die Definition von Barrierefreiheit und die verschiedenen Arten von Barrieren finden Sie hier.
- Paragraph 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) definiert „Barrierefreiheit“ folgendermaßen: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“ Hier gehts zum Behindertengleichstellungsgesetz.
- Infos zu barrierefreies Bauen, Planen und Wohnen.
- Für ein gutes Barrierefreiheitsrecht - Barrierefreiheitsgesetz.