Handbuch - Pflege/Versorgung/Therapie/Begleitung
Abschlussbedingungen
K28-3 Angehörige können von der Pflege/Versorgung ausgeschlossen werden
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Anforderung
- Angehörige können auf Wunsch der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen von der Pflege-/Versorgungs(planung) ausgeschlossen werden
Dokumententyp
- Angehörigenkonzept
- Alternative: Pflege-/Versorgungsplanung
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Was
- Angehörige sind häufig automatisch einbezogen, obwohl dies nicht erwünscht ist.
- Für manchen Pflegempfänger*innen ist es wünschenswert, Angehörige von der Pflege-/Versorgung und Planung auszuschließen, da sie in keinem guten Verhältnis zueinanderstehen.
Warum
- Viele, auch ältere LSBTI* haben von ihrer Herkunftsfamilie Ablehnung erfahren bzw. haben seltener eigene Kinder als ältere heterosexuelle Menschen. Für LSBTI* sind daher Freund*innen, die sogenannte Wahlfamilie, oft das wichtigste Unterstützungssystem.
Wie
- Ein diversitätssensibles Angehörigenkonzept trägt dazu bei, die Qualität in der Pflege/Versorgung zu verbessern und sicherzustellen, dass die Einrichtungen für ein breites Spektrum von Menschen zugänglich und akzeptierend sind. Es fördert bei den MA Diversitätskompetenzen und trägt dazu bei, eine fürsorgliche und respektvolle Atmosphäre für alle Beteiligten zu schaffen.
- Das Konzept sollte die Definition von Angehörigen auf die "Wahlfamilie" ausweiten. Das heißt, dass nicht nur biologische Verwandte, sondern auch enge Freund*innen oder Menschen, die emotional als Familie wahrgenommen werden, in den Pflege-/Versorgungsprozess einbezogen werden können. Eine anpassungsfähige Definition von Familie ermöglicht es, die sozialen Netzwerke der der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen angemessen zu berücksichtigen.
- Lassen Sie die Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen selbst entscheiden, wer im Notfall kontaktiert werden soll. Erfahren Sie bereits beim Erstgespräch den Notfallkontakt. Erstellen Sie am besten eine Kontaktliste, die sie fortlaufend aktualisieren.