Handbuch - Pflege/Versorgung/Therapie/Begleitung
Abschlussbedingungen
K27-3 MA können bei Grund- und Behandlungspflege nach Geschlecht ausgewählt werden
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Anforderung
- Bei der Intimpflege können MA nach Geschlecht ausgewählt werden
Dokumententyp
- Pflege-/Versorgungsdokumentation
- Alternative: Pflege-/Versorgungskonzept
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Was
- Die Bevorzugung von MA bestimmter Geschlechter in der Pflege-/Versorgungssituation kann unterschiedliche Gründe mit sich bringen. Es können persönliche, jedoch auch religiöse Gründe vorliegen.
Warum
- Mit wem sich Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen in der Grund- und Behandlungspflege wohlfühlen, ist sehr unterschiedlich. Es ist möglich, dass das Geschlecht der MA in der Pflege-/Versorgungssituation entscheidend dafür ist, wie wohl sie sich fühlen.
Wie
- Halten Sie in der Pflegedokumentation Wünsche hinsichtlich der Bevorzugung von MA fest.
- Beachten sie die individuellen und religiösen Hintergründe.
- Gehen Sie mit Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen ins Gespräch und erörtern Sie dabei die wirklichen Beweggründe, warum bestimmte MA bevorzugt werden. Möglicherweise liegt ein Konflikt vor, der sich klären lässt.
Weiterführende Informationen
- Die Grund- und Behandlungspflege umfasst zumeist intime und körpernahe Tätigkeiten, wie etwa Körperpflege, Ankleiden oder medizinische Maßnahmen. Für viele Menschen ist es wichtig, solche Tätigkeiten von einer Person des gleichen Geschlechts durchführen zu lassen, um ihre Intimsphäre zu schützen und sich in einer verletzlichen Situation sicherer zu fühlen.
- In vielen Kulturen und Religionen gibt es Vorstellungen darüber, wer intime Pflege-/Versorgungsleistungen erbringen darf. Häufig wird dabei bevorzugt, dass Pflege-/Versorgungsleistungen von einer Person des gleichen Geschlechts erbracht werden, um kulturelle oder religiöse Normen zu wahren.
- Menschen, die in der Vergangenheit traumatische Erfahrungen gemacht haben, die im Zusammenhang mit sexuellen Missbrauch oder Gewalt stehen, können in der Pflege/Versorgung besondere Bedürfnisse haben. Das Geschlecht der Pflegekraft kann in solchen Fällen eine zentrale Rolle spielen, um das Risiko einer Re-Traumatisierung zu minimieren.
- Für Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen ist es ein wesentlicher Bestandteil der Autonomie und Selbstbestimmung, Entscheidungen über ihre Pflege/Versorgung treffen zu können.
- Wichtig ist jedoch zu erörtern, aus welchen Gründen eine Auswahl bestimmter MA erfolgt. Wenn ein Konflikt vorliegt, sollte im Fokus liegen diesen zu klären. Eine diskriminierende Haltung seitens der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen gegenüber MA sollte von allen beteiligten, auch der Leitungsebene ernstgenommen und aufgearbeitet werden.