Handbuch - Unternehmenspolitik und Kommunikation
| Website: | Qualitätssiegel Lebensort Vielfalt. |
| Kurs: | Vorprogramm |
| Buch: | Handbuch - Unternehmenspolitik und Kommunikation |
| Gedruckt von: | Gast |
| Datum: | Samstag, 10. Januar 2026, 05:31 |
Inhaltsverzeichnis
- K1-3 Eine Vernetzung mit diversitätssensiblen Einrichtungen findet statt
- K2-1 Es gibt eine*n Diversitätsmanager*in
- K2-5 Eine AG Diversität unterstützt die*den Diversitätsmanager*in bei der Netzwerkarbeit und Organisation von Veranstaltungen
- K3-1 Die Vielfalt der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen und MA wird im Leitbild positiv betont
- K4-1 Vielfalt wird in der Außendarstellung abgebildet
- K4-2 Gendersensible Sprache wird in der Außendarstellung verwendet
- K4-3 In der Außendarstellung stehen wichtige Texte in relevanten Sprachen zur Verfügung
- K5-4 Kommunikative Hilfsmittel sind vorhanden
- K8-1 Fotos, Bilder und Symbole repräsentieren Diversität
- K8-2 Räumlichkeiten sind gendersensibel gestaltet
- K8-4 Es gibt ein Raumkonzept für die Möglichkeit der Ausübung religiöser und spiritueller Bedürfnisse
- K10-4 Vernetzungen mit Community Selbstorganisationen finden statt
K1-3 Eine Vernetzung mit diversitätssensiblen Einrichtungen findet statt
Anforderung
- Mindestens ein synchroner und asynchroner Austausch findet jährlich mit anderen Einrichtungen statt
Dokumententyp
- Protokoll
- Alternative: Teilnahmebescheinigungen/-liste (Name geschwärzt)
- Alternative: Einladung
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Was
- Diversitätssensible Einrichtungen setzen sich für eine inklusive und diskriminierungsarme Versorgung ein. Sie berücksichtigen unterschiedliche Lebensrealitäten und fördern eine wertschätzende, bedarfsgerechte Unterstützung für diverse Zielgruppen. Ihr Fokus liegt darauf, strukturelle Barrieren abzubauen und eine sensible sowie individuell angepasste Pflege und Versorgung zu ermöglichen.
Warum
- Eine Vernetzung mit diversitätssensiblen Einrichtungen ist essenziell, um:
- den Austausch über Diversitätssensibilität zu fördern,
- Zugang zu aktuellen und relevanten Informationen zu erhalten,
- Best-Practice-Beispiele kennenzulernen und zu adaptieren,
- Synergien zwischen Einrichtungen zu schaffen und voneinander zu lernen.
Wie
- Nutzen Sie die Erfahrungen bereits zertifizierter Einrichtungen.
- Stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen sowie Hospize mit dem Qualitätssiegel Lebensort Vielfalt® bieten wertvolle und praxisnahe Beispiele für diversitätssensible Pflege und Versorgung.
- Nehmen Sie am jährlich von der Schwulenberatung Berlin organisierten synchronen Vernetzungstreffen diversitätssensibler Einrichtungen teil.
- Dokumentieren Sie die Teilnahme und den Austausch durch Protokolle, Einladungen oder Teilnahmebescheinigungen.
Weiterführende Informationen
- Alle mit dem Qualitätssiegel Lebensort Vielfalt® ausgezeichneten Einrichtungen finden Sie hier.
K2-1 Es gibt eine*n Diversitätsmanager*in
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Anforderung
- Die Stundenanzahl für die Freistellung der*des Diversitätsmanager*in wird in der Stellenbeschreibung festgehalten
Dokumententyp
- Stellenbeschreibung
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Was
- Ein*e Diversitätsmanager*in bzw. Diversitätsbeauftragte*r übernimmt die Verantwortung für das komplexe Aufgabenfeld des Diversitätsmanagements. Durch klare Verantwortlichkeiten sollen Strategien effektiver umgesetzt und Ziele nachhaltiger erreicht werden. DM hat das Ziel, Vielfalt zu fördern und einen bewussten Umgang mit der Vielfalt der Mitarbeiter*innen, Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen und Angehörigen zu schaffen sowie die aktive Anerkennung und Wertschätzung der Vielfalt anzustreben.
Warum
- Diversitätsmanager*innen setzen sich für gleichberechtigte Teilhabe ein und gehen präventiv und reaktiv gegen Diskriminierung vor.
- Diversitätsmanager*innen sind hauptverantwortlich für den Prozess einer diversitätssensiblen Organisationentwicklung.
- Ähnlich wie ein*e Qualitätsmanager*in kann ein*e Diversitätsmanager*in die Aufgabe der Prozesssteuerung mit abgestimmten Kompetenz- und Entscheidungsbereichen übernehmen.
Wie
- Es wird empfohlen, dass der*die Diversitätsbeauftragte*r ein*e MA mit Führungsverantwortung ist, welche*r die Interaktion zwischen der Steuerungsgruppe/Einrichtungsleitung und Projektgruppe/n leitet und alle anfallenden Aufgaben koordiniert.
- Es empfiehlt sich auch eine enge Zusammenarbeit mit der*dem AGG Beauftragten.
- Die Freistellung für diese Stelle ist empfehlenswert. Die festgelegte Mindeststundenanzahl für die Freistellung orientiert sich an der Unternehmensgröße.
Weiterführende Informationen
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Der Schutz vor Diskriminierung und die Förderung personaler Vielfalt im Arbeitsleben. Umsetzungsstand und Praxis in Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen des Dritten Sektors.
- INQA: Diversitätsmanagement.
Best Practice-Beispiele
K2-5 Eine AG Diversität unterstützt die*den Diversitätsmanager*in bei der Netzwerkarbeit und Organisation von Veranstaltungen
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Anforderung
- Die Mitglieder der AG Diversität sind benannt
Dokumententyp
- Protokolle
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Was
- Die Arbeitsgruppe Diversität hat das Ziel, die Partizipation bei Mitarbeitenden zu fördern. Die AG soll in Zusammenarbeit mit einem*r DM einen diversitätssensiblen Organisationsentwicklungsprozess koordinieren.
Warum
- Die diversitätsbeauftragte Person kann nicht alleine Diversitätsprozesse „generieren“, daher ist eine Beteiligung der Arbeitsgruppe Diversität notwendig, um die Maßnahmen der Organisationsentwicklung erfolgreich umzusetzen.
- Dazu gehört auch die Netzwerkarbeit mit beispielweise Migrations- oder LSBTI*-Organisationen.
Wie
- Die Arbeitsgruppe Diversität ist aus allen Einrichtungsbereichen, wie Pflege, Ärzt*innenschaft, Hauswirtschaft, Küche und Sozialdienst zu bilden, um Anregungen und Ideen, aber auch Ängste und Widerstände gemeinsam zu bearbeiten.
- Entscheidend ist es, die engagierten und interessierten MA aus dem operativen Bereich zu identifizieren, um diese als Ansprechpersonen der Gruppen zu ernennen. Das erfordert die Freigabe entsprechender Ressourcen von der Einrichtungsleitung.
- Eine diversitätsbeauftragte Person organisiert und moderiert den Prozess der AG Diversität. Dazu gibt es regelmäßige Steuerungstreffen, z. B. einmal im Monat, bei denen konkrete Vorschläge zu bestimmten Themenbereichen (z. B. die Umstellung auf eine gendersensible (An-)Sprache, Umgang mit Mehrsprachigkeit) erarbeitet und begleitet werden.
Weiterführende Informationen
- In der Lerneinheit "Umsetzung diversitätssensibler Organisationsentwicklung zur Implementierung diversitätssensibler Versorgung" finden sie weitere Informationen.
K3-1 Die Vielfalt der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen und MA wird im Leitbild positiv betont
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Anforderung
- Zentrale Vielfaltsdimensionen werden im Leitbild gelistet
- Es werden folgende Vielfaltsdimensionen explizit benannt: geschlechtliche Vielfalt, sexuelle Vielfalt, (post-)migrantische Vielfalt
Dokumententyp
- Dokumentenabgabe (online)
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Was
- Das Leitbild hat die Funktion, Selbstverständnis, Wertevorstellungen, sowie Ziele einer Organisation transparent zu machen.
- Die im Leitbild benannten zentralen Vielfaltsdimensionen orientieren sich an den AGG-Dimensionen: Alter, Be-Hinderung, Migrationsgeschichte, sexuelle und geschlechtliche Identität, Körper, Religion, Weltanschauung, sozioökonomischer Status und Diskriminierung aus rassistischen Gründen.
Warum
- Das Leitbild dient als Orientierung für Mitarbeitende, aber auch für Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen.
Wie
- Weisen Sie zum Beispiel darauf hin, dass Sie diversitätssensible Pflege und Versorgung umsetzen. Potentielle LSBTI*-MA, MA mit Migrationsgeschichte bzw. LSBTI*-Nutzer*innen, Nutzer*innen mit Migrationsgeschichte sind darin geübt, nach Hinweisen Ausschau zu halten, die eine offene Haltung andeuten.
- Benennen Sie LSBTI* und Menschen mit Migrationsgeschichte im Leitbild explizit als Anspruchsgruppe.
- Im Leitbild tauchen die Begriffe LSBTI* bzw. lesbisch, schwul, bisexuell, trans* und inter* und Menschen mit Migrationsgeschichte auf. Weitere Alternativen sind sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, sowie (post-)migrantische Vielfalt.
Weiterführende Informationen
- Charta der Vielfalt: Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion. Diversity Management in öffentlichen Verwaltungen und Einrichtungen.
Best Practice-Beispiele
K4-1 Vielfalt wird in der Außendarstellung abgebildet
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Anforderung
- Mindestens folgende Vielfaltsmerkmale kommen zur Darstellung: geschlechtliche Vielfalt, sexuelle Vielfalt, (post-)migrantische Vielfalt
Dokumententyp
- Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Webseite, Flyer, Social Media, Stellenanzeigen, Anschreiben, Aushänge)
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Was
- Das Lebensort Vielfalt Programm orientiert sich mitunter an den Vielfaltsdimensionen des AGG: Alter, Be-Hinderung, Migrationsgeschichte, sexuelle und geschlechtliche Identität, Körper, Religion, Weltanschauung, sozioökonomischer Status und Diskriminierung aus rassistischen Gründen; fokussiert aber sexuelle, geschlechtliche und (post-)migrantische Vielfalt.
- Die Außendarstellung bezieht sich auf die zentralen Medien der Einrichtungen im Kontext von Öffentlichkeitsarbeit, wie zum Beispiel: Webseite, Soziale Medien, Flyer, Give-Aways, Hauszeitung.
Warum
- Damit Vielfalt in einer Einrichtung gelebte Realität wird, ist eine selbstverständliche Repräsentation von sexueller und geschlechtlicher, sowie (post-)migrantischer Vielfalt essentiell.
- Wichtig dabei ist, dass es nicht um einen Sonderstatus für LSBTI* und Menschen mit Migrationsgeschichte geht, sondern um deren Inklusion.
- Werden in der Unternehmenskommunikation LSBTI* und Menschen mit Migrationsgeschichte berücksichtigt, führt das dazu, dass sich LSBTI* angenommen fühlen. Für LSBTI* bedeutet Repräsentation in der Außendarstellung, dass es sich um eine Einrichtung handelt, die sich mit ihren Bedarfen auseinandergesetzt hat, die Diskriminierung erkennt und eingreift, letztlich, dass es sich um eine diversitätssensible Einrichtung handelt, in der es möglich ist, offen über sexuelle und geschlechtliche Identität bzw. Migrationsgeschichte zu sprechen.
Wie
- Identifizieren Sie die wichtigsten Medien in Ihrem Unternehmen und nehmen Sie LSBTI* und Menschen mit Migrationsgeschichte in Ihrer Bildsprache mit auf.
- Passend zu Ihrer Unternehmenskultur können LSBTI*-Lebenswelten durch Symbole, Grafiken oder Fotos dargestellt werden. Verwenden Sie beispielsweise die Regenbogenfahne (o. ä. Pride-Fahnen) oder Abbildungen in Regenbogenoptik, um LSBTI*-Freundlichkeit darzustellen.
- Wird die Außendarstellung mit Fotos gestaltet, können beispielsweise gleichgeschlechtliche Paare gezeigt werden. Achten Sie auf die Heterogenität von Personengruppen und machen Sie weitere Vielfaltsmerkmale wie zum Beispiel Alter, Hautfarbe und Be-Hinderung sichtbar. Eine gleichwertige Darstellung aller Personen ist das Ziel.
- Vermeiden Sie stereotype Klischees (z. B. Leitungsteam ist männlich, Pflegekräfte sind weiblich etc.) und reproduzieren Sie nicht LSBTI*- feindliche und rassistische Darstellungen.
- Fehlen diversitätssensible Abbildungen in Ihrem Unternehmen, werden Sie selber kreativ: Veranstalten Sie ein Fotoshooting mit Ihren Mitarbeitenden und Pflegeempfänger*innen und Klient*innen.
- Fotos, die Vielfalt abbilden, finden Sie aber auch auf Fotostock-Datenbanken.
- Eine weitere Option, Diversitätssensibilität in der (online-) Außendarstellung deutlich zu machen, sind Verlinkungen zu entsprechenden Veranstaltungen oder LSBTI*- bzw. Migrant*innenorganisationen.
Weiterführende Informationen
- Handlungsempfehlungen für eine diversitätssensible Mediensprache.
- Vielfalt in Bildern erzählen.
- Fotodatenbank mit neuen Perspektiven - Gesellschaftsbilder.
Best Practice-Beispiele
- Siehe Webseiten und Social Media Kanäle von zertifizierten Einrichtungen hier.
K4-2 Gendersensible Sprache wird in der Außendarstellung verwendet
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Anforderung
- In der Mehrheit der relevanten Veröffentlichungen
- 6 Monate rückwirkend zur Zertifizierung in Bezug auf Printmaterialien
Dokumententyp
- Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Webseite, Flyer, Social Media, Stellenanzeigen, Anschreiben, Aushänge)
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Was
- Gendersensible Sprache verfolgt das Ziel, alle Geschlechter in der Sprache sichtbar zu machen.
- Die Einrichtung identifiziert selbstständig für sie relevante Veröffentlichungen, in denen eine sprachliche Anpassung erfolgen soll.
Warum
- Aufgrund der Tatsache, dass Sprache die Wahrnehmung lenkt, ist der Gebrauch einer gendersensiblen Sprache eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit, geschlechtliche Vielfalt, d. h. auch weibliche, inter* und nicht-binäre Personen sichtbar zu machen, Identifikation zu ermöglichen und zur Geschlechtergleichstellung beizutragen. Sprache ist in ständiger Veränderung und passt sich den Lebensumständen an.
Wie
- Wir empfehlen die Verwendung des Gender-Sternchens (Asterisk), das als Platzhalter fungiert und Raum für weitere Selbstbeschreibungen gibt; z.B. Migrant*innen.
- Weitere Möglichkeiten sind der Gender-Gap (Unterstrich) z.B. Migrant_innen, eine geschlechtsneutrale Formulierung oder Abkürzungen.
- Die Umstellung auf eine gendersensible (An-)Sprache ist ein Prozess und benötigt Zeit. Erstellen Sie im Team, mit einer Arbeitsgruppe, dem Qualitätszirkel, Ihren eigenen Sprach-Leitfaden, um Unklarheiten aus dem Weg zu räumen und Mitarbeitende mitzunehmen. Eine gute Umsetzung gelingt, wenn Sie gendersensible Sprache in Ihrem Alltag integrieren und so als Leitungskraft Vorbild für Ihre Mitarbeitenden sind.
Weiterführende Informationen
K4-3 In der Außendarstellung stehen wichtige Texte in relevanten Sprachen zur Verfügung
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Anforderung
- Die wichtigsten Texte sind mindestens in Einfacher oder Leichter Sprache sowie mindestens in einer weiteren Sprache verfügbar
- Printmaterialien, die nach dem Start der Zertifizierung neu entwickelt werden, sind angepasst
Dokumententyp
- Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Webseite, Flyer, Social Media, Stellenanzeigen, Anschreiben, Aushänge)
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Was
- Die Außendarstellung bezieht sich auf die zentralen Medien der Einrichtungen im Kontext von Öffentlichkeitsarbeit, wie zum Beispiel: Webseite, Soziale Medien, Flyer, Give-Aways, Hauszeitung.
- Leichte Sprache weist spezielle Regeln und Strukturen auf, wie z.B. eine begrenzte Anzahl an Wörtern und eine einfache Satzstruktur, um den Text verständlicher zu machen.
- Einfache Sprache verfolgt ebenfalls das Ziel einen Text einfacher lesbar zu machen, jedoch ohne spezifische Regeln.
Warum
- Die Übersetzung zentraler Texte in der Außendarstellung signalisiert Vielfalt und spricht Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen an. Sie sind entsprechend besser über Angebote informiert und können teilhaben.
Wie
- Relevante Sprachen können Einrichtung auf Basis von beispielsweise folgenden Orientierungsfragen identifizieren:
- Welche Sprachkenntnisse weisen die Nutzer*innen/MA in unserer Einrichtung auf?
- Welche Sprachen werden im Einzugsgebiet am häufigsten gesprochen?
- Die Einrichtung definiert eigenständig, die für sie weiteren relevanten Sprachen neben Einfacher bzw. Leichter Sprache.
- Die Website selbst sollte in möglichst vielen Sprachen lesbar sein. Bei der Übersetzung können digitale Übersetzungstools wie z. B. DeepL.com behilflich sein.
- Übersetzungen in Leichte Sprache werden von zertifizierten Dolmetscher*innen durchgeführt.
- Grundsätzlich gilt für die Übersetzung in Einfache Sprache, die eigenständig von der Organisation durchgeführt werden kann, Sätze kurz zu halten, den Text klar zu strukturieren, eindeutige Aussagen zu vermitteln ohne Synonyme, Metaphern oder Ironie und auf Fremdwörter zu verzichten.
Weiterführende Informationen
K5-4 Kommunikative Hilfsmittel sind vorhanden
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Anforderung
- Verwendung von Piktogrammen, Symbolen, Hinweisen und Orientierungshilfen
- Und/oder Digitale Anwendungen, um Sprachbarrieren zu verringern
Dokumententyp
- nicht festgelegt
(Wenn Sie am Qualitätssiegel Lebensort Vielfalt® Programm teilnehmen, kommen Berater*innen als Teil des Zertifizierungsprozesses in Ihre Einrichtung und prüfen diesen Indikator bei einer Begehung vor Ort.)
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Was
- Kommunikative Hilfsmittel dienen der Überwindung von Sprachbarrieren zwischen Mitarbeitenden, Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen und Angehörigen/Wahlfamilie.
- Zu kommunikativen Hilfsmitteln zählen z. B. Bilder, Piktogramme, Instrumente zur Schmerzerfassung u. v. m. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Symbole und Bilder überall auf der Welt unterschiedlich verstanden bzw. wahrgenommen werden.
Warum
- Kommunikative Hilfsmittel werden zur Verständigung eingesetzt, wenn Sprachbarrieren bestehen, z. B. aufgrund unterschiedlicher Sprachkenntnisse oder aufgrund unterschiedlicher Be-Hinderungen.
Wie
- Es gibt vielfältige Arbeitshilfen, in denen Schlüsselbegriffe und Situationen der Pflege und Versorgung in allgemein verständlichen Piktogrammen und Übersetzungen zusammengestellt sind, z. B. das von Christina Heilgensetzer analoge herausgegebene Faltblatt bzw. digitale App „tip doc pflege“ mit Bildern und Kurzbeschreibungen auf Arabisch, Deutsch und Türkisch.
- Eine weitere Möglichkeit, Sprachbarrieren abzubauen, ist die Verwendung von Diktiergeräten bzw. von Mobilen Dokumentationsassistenten (MDA) bei der Dokumentation durch die Pflegekräfte.
- Übersetzungstools wie z. B. DeepL oder Google Übersetzer werden z.T. auch eingesetzt. Dabei sind Datenschutzaspekte zu berücksichtigen.
- Kommunikative Hilfsmittel für schwerhörige und gehörlose Personen finden Sie bei dem Deutschen Hörbehinderten Selbsthilfe e.V.
- Kommunikative Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Personen finden Sie bei dem Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
Weiterführende Informationen
Best Practice-Beispiele
K8-1 Fotos, Bilder und Symbole repräsentieren Diversität
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Anforderung
- Die Einrichtung wirkt durch ihre Gestaltung LSBTI*-freundlich
- Die Einrichtung wirkt durch ihre Gestaltung entsprechend der (post-)migrantischen Gesellschaft freundlich und vielfältig
Dokumententyp
- Nicht festgelegt
(Wenn Sie am Qualitätssiegel Lebensort Vielfalt® Programm teilnehmen, kommen Berater*innen als Teil des Zertifizierungsprozesses in Ihre Einrichtung und prüfen diesen Indikator bei einer Begehung vor Ort.)
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Was
- Eine Offenheit gegenüber der Vielfalt der Pflegeempfänger*innen und des Personals kommt in den Räumlichkeiten anhand geeigneter Fotos, Bilder und Symbole zum Ausdruck.
Warum
- Durch eine diversitätsfreundliche Gestaltung der Einrichtung machen Sie Ihre Willkommenskultur auch räumlich sichtbar und erfahrbar.
Wie
- Für die Konzeptentwicklung und zur Begleitung der Umsetzung können Sie Vertreter*innen aus den Communities einbeziehen.
- Ein Beispiel hierfür könnte eine mehrsprachige Begrüßung im Empfangsbereich sein. Ebenso positiv sind mehrsprachige Schilder und Kalender, Bilder oder Dekorationen in Gemeinschaftsräumen, die die (post-)migrantische Vielfalt der Pflegeempfänger*innen und des Personals widerspiegeln.
- Mit Hilfe von Symbolen wie beispielsweise der Regenbogenfahne oder Bildern mit nicht ausschließlich heteronormativen Darstellungen schaffen Sie eine LSBTI*-freundliche Atmosphäre.
- Werden die Räume mit Fotos gestaltet, können beispielweise gleichgeschlechtliche Paare gezeigt werden. Achten Sie auf Heterogenität von LSBTI* und machen Sie weitere Vielfaltsmerkmale, wie zum Beispiel Alter, Hautfarbe und Be-Hinderung sichtbar. Achten Sie darauf, dass Sie Bilder und Fotos nicht stereotypisieren.
- Ein weiteres Beispiel für die Umsetzung für mehr Diversität ist, dass auch im "Raum der Stille" darauf geachtet wird, dass sich alle – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit – willkommen fühlen.
Weiterführende Informationen
Leitfäden für LSBTI*- und (post-)migrantische Repräsentation:
- Vielfalt in Bildern erzählen.
- Handlungsempfehlungen für eine diversitätssensible Mediensprache.
- Diversitätssensible Pflege - Münchenstift.
- Interkulturelle Öffnung der Langzeitpflege in München.
- Hospiz Elias in Ludwigshafen für Umgang mit queeren Menschen ausgezeichnet.
K8-2 Räumlichkeiten sind gendersensibel gestaltet
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Anforderung
- Toiletten und Umkleiden sind inklusiv für alle
Dokumententyp
- Nicht festgelegt
(Wenn Sie am Qualitätssiegel Lebensort Vielfalt® Programm teilnehmen, kommen Berater*innen als Teil des Zertifizierungsprozesses in Ihre Einrichtung und prüfen diesen Indikator bei einer Begehung vor Ort.)
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Was
- Toiletten und Umkleiden für Pflegeempfänger*innen, Mitarbeiter*innen und Besucher*innen sind inklusiv für Menschen aller geschlechtlichen Identitäten gestaltet.
Warum
- Unbedingt zu vermeiden ist die ausschließlich explizite Einteilung der Toiletten und Umkleiden nach einem binären Geschlechtermodell (Damen/Herren). Intergeschlechtliche, nicht-binäre Personen, sowie Menschen, die nicht den gängigen Geschlechterbildern entsprechen, erfahren dadurch Diskriminierung und Ausgrenzung. Schaffen Sie einen sicheren Raum für alle.
Wie
- Stellen Sie sicher, dass Sie gendersensible Sprache oder Symbole einheitlich und konsequent bei Beschriftungen von Räumlichkeiten anwenden.
- Ein wichtiger Punkt der Einrichtungsgestaltung bezieht sich auf eine diversitätssensible Infrastruktur. Vielfach sind Beschriftungen in Einrichtungen nicht inklusiv. Im Rahmen einer gendersensiblen (Bild-)Sprache gibt es auch in diesem Bereich Änderungspotential. Häufig ist es kein großer Aufwand, die Beschilderungen zu ändern und inklusiver zu gestalten.
Weiterführende Informationen
K8-4 Es gibt ein Raumkonzept für die Möglichkeit der Ausübung religiöser und spiritueller Bedürfnisse
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Anforderung
- Es gibt einen neutralen Raum zur Ausübung religiöser und spiritueller Bedürfnisse
- Ein Raumnutzungskonzept ist vorhanden
Dokumententyp
- Raumnutzungskonzept
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Was
- Spiritualität wird von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen unterschiedlich praktiziert. Aber Stille und innere Wachsamkeit sind für jeden von uns wichtig und können uns helfen gesund zu bleiben.
Warum
- Für viele Menschen kann es wichtig sein, Rückzugsräume zu finden und vertraute religiöse oder spirituelle Aktivitäten ausüben zu können, auch oder gerade im (Pflege-)Alltag und in der Einrichtung. Beispielsweise wünscht sich ein*e buddhistische*r Pflegeempfänger*in vielleicht, einer täglichen Meditationspraxis nachgehen zu können. Für eine*n muslimischen Pflegeempfänger*in kann dies bedeuten, dass er*sie die Gebete regelmäßig ausführen kann. Andere Menschen suchen einfach einen Ort, an dem sie für einen Moment der Entspannung zur Ruhe kommen können. MA, die nach Möglichkeit ihre religiösen und spirituellen Bedürfnisse ausüben möchten, sollten ebenfalls berücksichtigt werden.
Wie
- Empfehlenswert ist ein bewusst neutraler Raum. Licht spielt in allen Religionen der Welt eine wichtige Rolle und bildet ein gemeinsames Element.
- Achten Sie darauf, dass Sie Bilder und Fotos nicht stereotypisieren. Bei der Verwendung von Symbolen sollte der interkulturelle Kontext genauer geprüft werden.
- Nationalflaggen strahlen für viele unterdrückte ethnische Gruppen keine Vielfalt aus, sondern können ein Symbol für Repressalien sein. Gestik und Mimik werden weltweit nicht gleich interpretiert. Deshalb ist Vorsicht angebracht, sie in der Interkulturellen Öffentlichkeitsarbeit einzusetzen.
Weiterführende Informationen
Best Practice-Beispiele
- Hospiz Elias in Ludwigshafen für Umgang mit queeren Menschen ausgezeichnet.
- Diversitätssensible Pflege - Münchenstift.
- Als weiteres Beispiel kann hier ein Raum der Stille von der Alexianer Krefeld GmbH genannt werden.
K10-4 Vernetzungen mit Community Selbstorganisationen finden statt
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Anforderung
- Netzwerkarbeit mit Community Selbstorganisationen ist nachzuweisen
Dokumententyp
- Einladungen zu Veranstaltungen, Teilnahmebescheinigung/ liste, Protokolle etc.
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Was
- Die Vernetzung mit Community Selbstorganisationen bezieht sich auf die Zusammenarbeit mit Organisationen und lokalen Gemeinschaftsgruppen, die sich selbst organisieren, um bestimmte Ziele und Bedürfnisse innerhalb ihrer Community zu unterstützen. Es sind Vernetzungen mit Communities mit LSBTI*- und mit (post-)migrantischem Bezug gewünscht.
Warum
- Gesundheitseinrichtungen können durch die Zusammenarbeit mit Selbstorganisationen auf Ressourcen, Wissen und Fachkenntnisse zugreifen, die in der Community vorhanden sind. Die Kooperation trägt auch dazu bei, die Bedürfnisse der verschiedenen Communities besser zu verstehen und zu erfüllen.
Wie
- Laden Sie relevante Communities aus Ihrer Umgebung zu Veranstaltungen ein.
- Besuchen Sie Veranstaltungen oder Austauschrunden von Communities und weisen Sie auf den Zertifizierungs- und Qualifizierungsprozess mit dem Qualitätssiegel Lebensort Vielfalt® hin.