Die folgende Abbildung zeigt, wie ein idealtypischer Prozess zur diversitätssensiblen Organisationsentwicklung gestaltet werden kann. Weitere Details findest du im Praxisleitfaden "Vielfalt in der Pflege".

Stationen einer diversitätssensiblen Organisationsentwicklung (idealtypisch)

 

 
Nummer 1    Notwendigkeit zur diversitätssensiblen Öffnung erkennen

Wenn Du dich in der vorliegenden Lerneinheit kontinuierlich bis zu diesem Punkt vorgearbeitet hast, ist der erste wichtige Schritt schon erledigt: Mit den Ergebnissen des Diversity Check Compact hast du den Bedarf analysiert und die Notwendigkeit einer diversitätssensiblen Öffnung erkannt. Jetzt geht es darum, den aktuellen Ist-Zustand deiner Organisation genau unter die Lupe zu nehmen. Diese Analyse hilft dir, den konkreten Handlungsbedarf zu identifizieren und die Grundlage für die weiteren Schritte zu schaffen.

 

Nummer2    Strukturen für das Projekt schaffen

Ohne klare Strukturen kann kein Projekt erfolgreich sein. Folgende Schritte sind notwendig:

  • Geschäftsführung einbinden: Sichere dir die Unterstützung der Führungsebene, damit das Projekt nachhaltig getragen wird.
  • Verantwortliche benennen: Ernenne eine verantwortliche Person, die idealerweise eine Person mit Führungsverantwortung ist. 
  • Steuerungsgruppe bilden: Gründe eine abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe, die das Projekt koordiniert und begleitet.
  • Aufgaben und Verantwortungen verteilen: Definiert in der Projektgruppe, wer wofür zuständig ist. Bei der Zuweisung von Aufgaben sollten Kompetenzen und Interessen der Mitarbeitenden berücksichtigt werden. 

 

Nummer 3    Projektplan erstellen

Ein gut durchdachter Projektplan ist essenziell. Arbeite ihn gemeinsam mit der Steuerungsgruppe und der Projektleitung aus. Hier sind die wichtigsten Punkte:

  • Projektzeitraum festlegen: Definiere einen klaren Start- und Endpunkt. Der Zeitraum sollte realistisch an den verfügbaren Ressourcen und Zielen ausgerichtet sein.
  • Ziele und Meilensteine bestimmen: Formuliere konkrete, messbare Ziele sowie Zwischenziele, die dir helfen, den Fortschritt zu überprüfen.
  • Kriterien für Erfolg definieren: Lege fest, wie ihr den Projekterfolg evaluieren werdet und wie ein Monitoring aussehen könnte.

Nutze Methoden wie quantitative Befragungen, Workshops, Teamsitzungen oder Kick-Offs, um alle Beteiligten einzubinden. Transparente Kommunikation ist entscheidend, um Ängste oder Vorbehalte abzubauen und die Mitarbeiter*innen für das Projekt zu gewinnen.

 

Nummer 4    Maßnahmenplan erstellen

Erstelle mit der Steuerungsgruppe auf Basis des identifizierten Handlungsbedarfs einen Maßnahmenplan. Prüfe und priorisiere den aus dem Diversity-Check abgeleiteten Handlungsbedarf und formuliere Maßnahmen:

  • Handlungsbedarf priorisieren: Welche Maßnahmen sind am dringendsten?
  • Ziele festlegen mit der SMART-Methode: Stelle sicher, dass deine Ziele spezifisch, messbar, akzeptabel, realistisch und terminiert sind. Berücksichtige dabei kurz-, mittel- und langfristige Ziele, die du in überschaubare Teilziele unterteilst.

 

Nummer 5
    Maßnahmenplan umsetzen

Jetzt geht es an die Umsetzung: 

  • Umsetzungspläne erstellen: Für jede Maßnahme sollte ein detaillierter Plan vorliegen, der beschreibt, wie sie umgesetzt wird und welche Ressourcen dafür benötigt werden.
  • Anpassung bei Bedarf: Im Laufe der Umsetzung können sich einzelne Maßnahmen als nicht praktikabel erweisen und in der Steuerungsgruppe angepasst werden.

Für die effektive Umsetzung der Maßnahmen können lokale Community-Selbstorganisationen eine wertvolle Unterstützung sein. Eine Vernetzung fördert den Austausch zum Thema Diversitätssensibilität, verbessert den Zugang zu relevanten Informationen und bietet die Möglichkeit, von Best-Practice-Beispielen zu lernen.

 

Nummer 6    Implementierung sicherstellen

Damit die Maßnahmen dauerhaft wirken, solltest du sie in das bestehende Qualitätsmanagement integrieren. Dies betrifft die Bereiche Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität.

  • Regelmäßige Evaluation: Sorge dafür, dass sowohl das Qualitätsmanagement als auch die Steuerungsgruppe die Maßnahmen kontinuierlich überprüfen und anpassen.
  • Erfolge sichtbar machen: Kleine und große Erfolge motivieren Mitarbeiter*innen. Zeige auf, was erreicht wurde, und feiere die Fortschritte gemeinsam mit allen Beteiligten.

Denke daran: Diversitätssensible Organisationsentwicklung ist ein langfristiger Prozess, der auf Nachhaltigkeit angelegt ist. Es ist wichtig, dass alle Projektbeteiligten ihre Arbeit gewürdigt bekommen und Wertschätzung erfahren.