Intersektionalität

Wenn wir über Diversität sprechen, ist es von zentraler Bedeutung, die intersektionale Perspektive einzubeziehen. In einer zunehmend vielfältigen und komplexen Gesellschaft ist das Verständnis von Intersektionalität unerlässlich. Dieses Konzept ermöglicht es uns, die miteinander verwobenen und sich überschneidenden Diversitätsmerkmale wie Alter, Be-Hinderung, Migrationsgeschichte, sexuelle und geschlechtliche Identität, Körper, Religion, Weltanschauung und sozioökonomischer Status zu erkennen.

Durch eine intersektionale Perspektive können wir sicherstellen, dass Maßnahmen zur Förderung von Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit tatsächlich wirksam sind und die Bedürfnisse aller Individuen berücksichtigen. Dies schließt insbesondere jene ein, die mehrfach marginalisierten Gruppen angehören. Intersektionalität ist somit ein analytisches Werkzeug, um in Politik, Bildung und Gesundheitswesen gerechtere Strukturen zu schaffen.

 

Was meint Intersektionalität?

Orientiert an IDA e.V verwenden wir im Programm folgende Definition von Intersektionalität

"Der Begriff Intersektionalität beschreibt das Zusammenwirken und die Verschränkung verschiedener Diversitätsmerkmale, die einzeln schon zu Diskriminierung führen können. Mit dem Begriff wird hervorgehoben, dass für ein umfassendes Verständnis von Diskriminierung deren einzelne Formen nicht unabhängig voneinander betrachtet werden dürfen, weil sie gemeinsam wirken."

Der Begriff „Intersektionalität“ wurde 1989 von der afroamerikanischen Juristin Kimberlé Crenshaw geprägt. Sie nutzte ihn, um zu beschreiben, wie sich Diskriminierung aufgrund von Geschlecht und Rassismus im Fall von Schwarzen Frauen überlagert. Crenshaw zeigte, dass bestehende Antidiskriminierungsgesetze oft nur eine Diskriminierungsform berücksichtigen und die Mehrfachdiskriminierung übersehen.

Die Wurzeln des Konzepts reichen jedoch weiter zurück, etwa zu feministischen Bewegungen, die auf die spezifischen Erfahrungen von Frauen unterschiedlicher Klassen und Kulturen hinwiesen sowie zur Schwarzen Bürgerrechtsbewegung, die soziale Ungleichheiten intersektional betrachtete. Heute wird Intersektionalität weltweit in Wissenschaft und Praxis eingesetzt, um soziale Ungleichheiten umfassend zu analysieren.

 

Hier findest du weiterführende Links und Literatur: