Handbuch - Aktivitäten und Lebenswelten
| Website: | Qualitätssiegel Lebensort Vielfalt. |
| Kurs: | Vorprogramm |
| Buch: | Handbuch - Aktivitäten und Lebenswelten |
| Gedruckt von: | Gast |
| Datum: | Samstag, 10. Januar 2026, 05:12 |
Inhaltsverzeichnis
- 1. K31-1 Eine diskriminierungsfreie Ausübung religiöser und spiritueller Bedürfnisse der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen wird ermöglicht
- 2. K31-4 In der Einrichtung werden Feiertage diversitätssensibel berücksichtigt
- 3. K32-1 Community-relevante Medien sind zugänglich
- 4. K32-2 Kontakte zu Communities werden aufgebaut und gepflegt
K31-1 Eine diskriminierungsfreie Ausübung religiöser und spiritueller Bedürfnisse der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen wird ermöglicht
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Anforderung
- Religiöse und spirituelle sowie agnostische bzw. atheistische oder vergleichbare Bedürfnisse werden berücksichtigt
- Gebets- und Fastenzeiten werden bei der Pflege- /Versorgungsplanung berücksichtigt
Dokumententyp
- Pflege-/Versorgungskonzept
- Alternative: Aufnahmebogen
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Was
- Es geht darum, ein inklusives Umfeld zu schaffen, das die individuellen Glaubensvorstellungen respektiert und Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen in ihrer spirituellen Praxis unterstützt.
Warum
- Die Unterstützung der diskriminierungsfreien Ausübung religiöser und spiritueller Bedürfnisse in der Pflege/Versorgung ist wichtig, um die Individualität und Würde zu fördern.
- Dies hat positive Auswirkungen auf die Pflege-/Versorgungsqualität und das Wohlbefinden der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/ Klient*innen.
- Es verbessert die Beziehung zwischen MA und Pflegeempfänger*innen und verhindert Diskriminierung.
Wie
- Individuelle Bedarfsanalyse: Berücksichtigen Sie Glaubensvorstellungen, Rituale und Praktiken.
- Diversitätssensibilität: Fortbildungen können dazu beitragen, das Verständnis und den Respekt für die Vielfalt der Glaubensrichtungen zu fördern.
- Passen Sie die Pflege-/Maßnahmenpläne an die individuellen Bedürfnisse an, wenn es um religiöse Rituale, Gebete oder bestimmte Ernährungsgewohnheiten bzw. Fastenzeiten geht.
- Gebetsräume einrichten: Stellen Sie einen Raum für Gebete und spirituelle Praktiken zur Verfügung, der für alle Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/ Klient*innen zugänglich ist. So können Menschen ihre religiösen/spirituellen Bräuche pflegen.
- Interkulturelle Kommunikation: Fördern Sie eine offene und respektvolle Kommunikation zwischen MA, Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen und ihren Angehörigen/Wahlfamilien, um Missverständnisse zu vermeiden und Vertrauen aufzubauen.
- Einbindung von Angehörigen/Wahlfamilie: Fördern Sie die Einbeziehung von Angehörigen/Wahlfamilien, um ein unterstützendes Umfeld zu schaffen und die Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen in ihrer spirituellen Praxis zu stärken.
- Zusammenarbeit mit religiösen Gemeinschaften: Suchen Sie nach Möglichkeit die Zusammenarbeit mit lokalen religiösen Gemeinschaften, um die bestmögliche Unterstützung und Informationen anbieten zu können
Weiterführende Informationen
- Interkulturelle Öffnung der Langzeitpflege in München - Interreligiöser Raum der Stille.
- Handreichung: Spiritualität und Religion.
K31-4 In der Einrichtung werden Feiertage diversitätssensibel berücksichtigt
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Anforderung
- Es gibt Verfahren, die relevante (nicht ausschließlich gesetzliche) Gedenk- und Feiertage erfassen und berücksichtigen
- Gedenk- und Feiertage mit diskriminierendem Charakter bleiben unberücksichtigt
Dokumententyp
- Konzept
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Was
- Es ist wichtig, Feiertage diversitätssensibel zu berücksichtigen, um eine inklusive Umgebung zu fördern und sicherzustellen, dass alle MA und Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/ Klient*innen sich respektiert und wertgeschätzt fühlen.
Warum
- Das Berücksichtigen diversitätssensibler Gedenk- und Feiertage trägt dazu bei, das Bewusstsein für unterschiedliche kulturelle, religiöse und persönliche Hintergründe zu stärken. Das schafft eine wertschätzende Atmosphäre und ein Zugehörigkeitsgefühl in der Einrichtung.
- Es unterstützt den Aufbau eines Umfelds, in dem Vielfalt als Bereicherung wahrgenommen wird.
Wie
- Berücksichtigung individueller, religiöse und öffentliche Gedenk und Feiertage:
- Erstellung/Nutzung eines Kalenders der Vielfalt, der die wichtigsten religiösen und LSBTI*-Gedenk- und Feiertage berücksichtigt (z.B. CSD).
- Organisation von Veranstaltungen, die religiöse Feiertage oder andere individuell bedeutsame Aktivitäten beinhalten.
- Interreligiöser Austausch: Ermutigen Sie den interreligiösen Austausch. Dies kann durch gemeinsame Veranstaltungen, Dialoge oder Austauschprogramme geschehen.
- Respektieren individueller Vorlieben:
- Gestaltung der Feierlichkeiten und Aktivitäten so, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/ Klient*innen berücksichtigt werden.
- Schaffung geeigneter Räume, in denen Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/ Klient*innen ihre Rituale und Gebete ausüben können.
- Einbeziehung von individuellen und öffentlichen Gedenkfeiern und Hinweise auf interne und externe Veranstaltungen.
Weiterführende Informationen
- Charta der Vielfalt - Vielfaltskalender.
K32-1 Community-relevante Medien sind zugänglich
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Anforderung
- Stationär: Relevante Medien für LSBTI* und Menschen mit Migrationsgeschichte stehen in Gemeinschaftsräumen zur Verfügung
- Ambulant/Stationär: Menschen werden unterstützt Community-relevante Medien zu nutzen
Dokumententyp
- Stationär: Medien visueller und auditiver Art
(Wenn Sie am Qualitätssiegel Lebensort Vielfalt® Programm teilnehmen, kommen Berater*innen als Teil des Zertifizierungsprozesses in Ihre Einrichtung und prüfen diesen Indikator bei einer Begehung vor Ort.)
- Ambulant: Konzept
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Was
- Community-Medien sind eine Form der Medienproduktion und -verbreitung, die sich an den Bedürfnissen und Interessen einer bestimmten Gruppe von Menschen orientiert. Community-Medien können verschiedene Formen annehmen, z. B. Radio, Fernsehen, Print, Online oder Multimedia.
Warum
- Menschen mit Migrationsgeschichte und LSBTI* wünschen sich i.d.R. aktuelle Community-relevante Informationen.
- Community-relevante Medien wirken sich positiv auf das Wohlbefinden der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen aus.
Wie
- Beginnen Sie damit, die Bedürfnisse und Interessen der Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen zu ermitteln. Fragen Sie nach ihren bevorzugten Medienformaten (z. B. Zeitungen, Magazine, Bücher, Filme, Musik) sowie nach ihren Interessengebieten (z. B. lokale Nachrichten, kulturelle Veranstaltungen, religiöse Inhalte, Community-News).
- Bieten Sie eine breite Palette von Medien an, die die Vielfalt der Gemeinschaft widerspiegeln. Diese Palette könnte lokale Zeitungen und Magazine, Bücher in verschiedenen Sprachen, Musik aus verschiedenen Kulturen, sowie Filme und Dokumentationen umfassen, die verschiedene Religionen und Lebensweisen repräsentieren.
- Diversitätssensibilität: Stellen Sie sicher, dass die Medien die Vielfalt und Inklusion fördern und positive Darstellungen verschiedener Communities enthalten.
- Zusammenarbeit mit Community-Organisationen: Arbeiten Sie mit lokalen religiösen Gemeinschaften, LSBTI*- und migrantischen Organisationen zusammen, um Zugang zu relevanten Medien zu ermöglichen.
K32-2 Kontakte zu Communities werden aufgebaut und gepflegt
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Anforderung
- Die Einrichtung vernetzt sich mit LSBTI*- und (post-)migrantischen Community-Organisationen
- Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen werden dabei unterstützt, Kontakte zu LSBTI* und (post-)migrantischen Communities aufzubauen und zu erhalten
Dokumententyp
- Prozessbeschreibung
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Was
- Die Unterstützung von Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen beim Aufbau und der Aufrechterhaltung von Kontakten zu Communities besteht darin, ihnen zu helfen, soziale Bindungen aufzubauen oder aufrechtzuerhalten. Ziel ist es, soziale Isolation zu vermeiden und das Wohlbefinden zu fördern.
- Vernetzen Sie sich mit LSBTI*- und (post-)migrantischen Communities, die für Ihre Einrichtung relevant sind. Das fördert den Austausch.
Warum
- Durch die Zusammenarbeit mit Communities können Einrichtungen Zugang zu Ressourcen, Wissen und Expertise erhalten, die in der Community vorhanden sind. Die Kooperation trägt auch dazu bei, die Bedürfnisse der verschiedenen Communities besser zu verstehen und zu erfüllen.
- Die Vernetzung mit regionalen LSBTI*- und (post-)migrantischen-Organisationen und die Planung gemeinsamer Veranstaltungen kann Ihre Reichweite und Glaubwürdigkeit stärken.
- Die Vernetzung fördert die gesellschaftliche Teilhabe von LSBTI* und Menschen mit Migrationsgeschichte. Hier zeigt sich die besondere Relevanz der Vernetzung der Einrichtung mit den Communities.
Wie
- Einrichtungen können die Kontaktaufnahme und Kommunikation von Pflegeempfänger*innen/Patient*innen/Klient*innen zu Communities durch folgende Maßnahmen unterstützen:
- Individuelle Beratung zur Community-Anbindung.
- Die Vernetzung mit regionalen LSBTI*- und (post-)migrantischen-Organisationen und die Planung gemeinsamer Veranstaltungen.
- Regelmäßige Informationen über in Ihrer Region.
- Unterstützung bei der Verständigung, z. B. durch Sprachassistenz.
- Besuch von LSBTI* Organisationen, religiöse Gemeinden und andere Orte, an denen Menschen aus verschiedenen Communities zusammenkommen, erleichtern den persönlichen Austausch.
- Fördern Sie den interkulturellen Austausch und feiern Sie Feste unterschiedlicher Kulturen/Communities. Respektieren und unterstützen Sie auch religiöse und spirituelle Bedürfnisse. Achten Sie dabei stets auf Freiwilligkeit.
- Pflegen Sie eine regelmäßige und transparente Kommunikation. Dies kann durch Newsletter, Rundschreiben oder soziale Medien erfolgen.
- Abonnieren Sie Newsletter von queeren und (post-)migrantischen Organisationen.